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Mit Teamwork an die Spitze

Von Céline Bader

Dank der NLA-Herrenmannschaft dürfte der Verein Volleyball Schönenwerd zu den bekanntesten im Kanton Solothurn gehören. Die Vorrunde der aktuellen Saison war für die Spieler ein Erfolg sie befinden sich zurzeit auf dem zweiten Platz.

Schönenwerd Im vergangenen Jahr gehörte der Einzug in die Betoncoupearena in Schönenwerd zu den Highlights des Vereins Volleyball Schönenwerd. In der jetzigen Saison zeigen sich die Spieler fit und topmotiviert dies beweist auch die derzeitige Tabelle, auf welcher sich die NLA-Mannschaft auf dem zweiten Platz befindet.

Julian Fischer (22) auf der Liberoposition und Luca Ulrich (21), welcher als Aussenangreifer positioniert ist, sind zwei der Spieler. Beide haben etwa im Alter von zehn Jahren mit dem Sport begonnen und widmen sich seither ihrer Sportlerkarriere. Julian Fischer ist vom BTV Aarau nach Schönenwerd gekommen, hat die Talentschool in Aarau absolviert und spielt bereits seine vierte Saison im NLA-Team von Schönenwerd. Luca Ulrich lebt in Zürich und hat bis anhin für Luzern gespielt. Heuer ist seine erste Saison beim Volley Schönenwerd. Beide Spieler befinden sich noch im Studium; Fischer studiert Physik und Ulrich Biologie an der Uni Zürich.

Weshalb haben Sie sich entschieden, für diese Mannschaft zu spielen?

Julian Fischer: Hier gefallen mir zwei Sachen sehr gut: zum einen ist der Verein wie eine Familie. Dieser wird vor wenigen Leuten getragen, welche jedoch mit vollem Herzblut dabei sind. Zum anderen haben wir einen unglaublich guten Teamzusammenhalt und verstehen uns untereinander super.

Luca Ulrich: Ich schätze hier auch die Beziehung untereinander, aber auch jene zum Trainer sehr. Er und auch der Assistenztrainer leisten einen grossen Beitrag, damit unser Team so gut harmoniert. Ihre Unterstützung ist sehr wertvoll für uns.

Seit bald einem Jahr trainieren Sie in der Betoncoupearena. Welchen Einfluss hat die Halle auf das Spiel?

Julian Fischer: Die Halle eignet sich deshalb so gut, weil wir hier die Infrasturkur haben, um selbstständig trainieren zu können. Wir haben einen Kraftraum und eine Aufenthaltshalle, in welchen die Spieler häufig Zeit verbringen. Dies wiederum fördert unsere Freundschaften untereinander. Zudem ist die Halle sehr hoch gebaut, was ich vor allem während eines Matchs sehr positiv empfinde und mehr Spielfreiheit bietet.

Luca Ulrich: Da wir auch hier trainieren, sind wir sehr vertraut mit der Halle. Ich glaube allerdings nicht, dass die Halle in einem Match spielentscheidend ist.

Im Gegensatz zur vergangenen Saison, welche das Team auf dem sechsten Platz abgeschlossen hat, sind Sie nun in Topform und auf dem zweiten Platz. Was hat sich verändert?

Luca Ulrich: Das Team ist sehr gut ausbalanciert, sowohl die Stammsechs wie auch die Auswechselspieler sind stark. Auch die Kommunikation finde ich klasse.

Julian Fischer: Das jetzige Team hat sich sehr schnell gefunden und wir kennen uns sehr gut. Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir zwei neue Profis aus Amerika und Spanien, somit hat es teamintern einige Änderungen gegeben. Mit Kraft-, Spiel- und Ausdauereinheiten haben wir uns in der Vorbereitungszeit aufgerüstet und Testspiele im In- und Ausland haben uns Sicherheit gegeben. Zudem war ich den ganzen Sommer über in Trainingscamps.

Wenn man die Spielerliste der verschiedenen Teams betrachtet, fallen einem bei Schönenwerd vor allem die hohen Jahrgänge auf.

Julian Fischer: Unser Club legt viel Wert auf junge schweizer Spieler. Wir sehen das junge Team als Vorteil.

Luca Ulrich: In wichtigen Situationen fehlt uns manchmal sicher die Erfahrung, was uns auch schon einige Punkte gekostet hat. Dafür sind wir sehr flink, motiviert und können uns stetig verbessern.

Welche Ziele hat die Mannschaft für die laufende Saison?

Luca Ulrich: Unser Ziel ist es, in den Top drei zu bleiben. Es würde uns freuen, den Meistertitel zu holen, doch die Konkurrenz ist sehr dominant und nicht einfach zu schlagen. Wichtig ist, konstant gut zu spielen.

Wo sehen Sie persönlich am meisten Verbesserungspotenzial auf den eigenen Positionen?

Luca Ulrich: Bei mir ist das Spiel sehr tagesabhängig. Was ich verbessern möchte, ist die Konstante, welche ich über einen ganzen Match halten möchte.

Julian Fischer: Als Libero organisiere ich die Abnahmen und auch bei mir gibt es Tage, an denen es nicht läuft wie gewünscht. Dort will ich versuchen, mich mental besser darauf vorzubereiten.

Das Erfolgrezept eines erfolgreichen Volleyballspielers?

Luca Ulrich: Disziplin und Biss in der Kombination mit Talent.

Julian Fischer: Die Freude am Sport. Auch wenn ich vor dem Training mal müde bin, gebe ich mein Bestes und nehme jedes Mal etwas mit. Und natürlich will ich dem Vorurteil entgegenwirken: Egal wie klein man ist, jeder kann auf einer Position Volleyball spielen (lacht).


Neue Oltner Zeitung (Gäu) vom Mittwoch, 9. Januar 2019, Seite 15