E-Paper - 13. Juni 2019
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«Die Schweiz hat ein stabiles Waffengesetz»

Von Céline Bader

Thomas Schneller (25) aus Kappel ist Besitzer des «Swiss Tactical Center» in Hägendorf. Dort bietet er Sammlern und Hobbyschützen ein vielseitiges Repertoire an Schusswaffen an. Die Sicherheit hat in seinem Job immer oberste Priorität.

Hägendorf 2008 eröffnete Thomas Schneller als Waffenhändler sein Fachgeschäft mit diversen Schusswaffen. Der passionierte Schütze hatte schon immer einen Hang zu diesen und bereits im frühen Alter mit dem Schiesssport begonnen. Aus einer spontanen Idee heraus sei das Geschäft entstanden, so der 25-Jährige: «Damals hatten wir den Fokus noch bei den Airsoft-Waffen. Heute bieten wir von der Pistole über das Gewehr bis hin zur Sonderwaffe diverseste Modelle an.» Auch Selbstverteidigungsartikel wie Pfefferspray, Kleidung, Reinigungsartikel und anderes Zubehör sind im Swiss Tactical Center erhältlich.

Kein einfaches Unterfangen

Um überhaupt als Waffenhändler arbeiten zu können, musste sich Thomas Schneller der Waffenhändlerprüfung unterziehen: «Die war echt schwer. Von der Zusammensetzung einer Waffe, bis hin zur Erkennung eines illegalen Modells musste ich alles erlernen.»

Hinter Gitter

Auch heute steht im eigenen Geschäft die Sicherheit an oberster Stelle. So ist das gesamte Geschäft hoch einbruchsicher und von Gittern und Codeschlössern umgeben. «Ein hoher Sicherheitsstandard ist mir wichtig. So befindet sich beispielsweise die Werkstatt, in welcher wir auch den Munitionsschrank haben, hinter verriegelten Türen. Niemand ausser mir und den Mitarbeitern hat Zutritt.» Für die Nachbarn aus den umliegenden Häusern habe das Waffengeschäft nie ein Problem dargestellt, die meisten haben sich sogar interessiert und vorbeigeschaut. Auch bei seinen Angestellten setzt Thomas Schneller auf Fachkompetenz: «Meine Leute sind Profis in ihrer Arbeit. Schliesslich sind wir ein Fachgeschäft und kein Ballerbetrieb.»

Ebenso wichtig ist in diesem Business das Vertrauen zum Kunden; jeder Klient muss zuerst seinen Waffenerwerbsschein vorweisen. Danach wird ein ausführliches Gespräch geführt. «Wir wollen wissen, zu welchem Zweck die Waffe gekauft wird und spüren sehr schnell, mit was für einer Person wir es zu tun haben. Glücklicherweise begrüssen wir meistens Sammler und Sportschützen, für welche das Schiessen an sich eine Leidenschaft ist.» Es habe aber auch schon Personen gegeben, welche beim Geschäftsinhaber ein komisches Gefühl ausgelöst haben. «In diesem Fall verkaufe ich keine Waffen.»

«Vorzeigbares Waffengesetz in der Schweiz»

Thomas Schneller schätzt das Waffengesetz in der Schweiz und sieht keinen Handlungsbedarf, dieses zu verschärfen: «Wer einen Waffenerwerbsschein beantragt, wird genaustens durchleuchtet und sein Leben bis zur Geburt zurückverfolgt.» Mit einem strengeren Waffengesetzt sieht der Gäuer vor allem jene bestraft, welche sich auf legalem Wege eine Waffe erwerben, und diese als Hobby in geschütztem Rahmen nützen.

Um eine sichere, geschützte und transparente Verkaufsstelle bleiben zu können, pflegt Thomas Schneller engen Kontakt zu der Polizei. Gewisse Behörden rüstet er mit dem eigenen Material aus. Zudem findet drei bis vier Mal jährlich eine Auktion statt, an welchem Sammlerstücke, teils auch alte Waffen der Polizei, versteigert werden.

Neue Oltner Zeitung (Gäu) vom Donnerstag, 13. Juni 2019, Seite 1 (7 Views)

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