E-Paper - 27. Juni 2018
Neue Oltner Zeitung (Olten-Niederamt)
E-Paper - Auswahl
E-Paper - Ansicht
 
 

Natur und Mensch im Fokus

Dass die Natur wie auch die Menschen Anna-Lena Holm am Herzen liegen, widerspiegelt sich auf ihren Fotografien. Die 25-Jährige hat schon als

Jugendliche ihr erstes Fotostudio eingerichtet und hat ihre Leidenschaft mittlerweile zum Beruf gemacht.

Anna-Lena Holm hat ihre Fotografien unter anderem schon am Photostream sowie am Kunstmarkt Olten ausgestellt und 2014 durfte sie den Förderpreis von JKON Junge Kunst Olten (ehem. JugendArt) entgegennehmen. Wir haben mit der 25-Jährigen über ihren Beruf als selbstständige Fotografin gesprochen.

Anna-Lena Holm, wann haben Sie die Leidenschaft zur Fotografie entdeckt?

Mein Vater wie auch seine Mutter sind Hobbyfotografen und so habe ich schon als Kind gerne fotografiert quasi ein Familienhobby. Im Alter von etwa elf Jahren habe ich angefangen zu Hause mein eigenes Studio zusammen zu bauen und mir zum Geburtstag immer wieder etwas Neues für die Einrichtung gewünscht. Als Teenager widmete ich der Fotografie sehr viel Zeit. Den Schritt schlussendlich beruflich zu wagen, konnte ich mir erst nicht vorstellen. Ich habe ein Jurastudium begonnen und festgestellt, dass mir die Fotografie fehlt.

Es war also kein leichter Entscheid, in so jungen Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?

Einerseits war es nicht leicht und doch merkte ich, dass es genau das Richtige ist. Heutzutage ist es ja oft nicht so, dass man sich für etwas entscheidet und sein Leben lang dabei bleibt. Man weiss nie, was kommt und daher sollten die Ängste auch nicht zu gross sein.

In welche Richtung gehen Ihre Fotografien?

Begonnen habe ich mit der Porträtfotografie, das hat mich immer am meisten interessiert. Anfänglich fanden die Aufnahmen meist im Studio statt. Ich merkte aber bald, dass ich mehr Spass daran habe, in der Natur zu fotografieren. Je länger je mehr merkte ich, dass es mir um die Kombination von Menschen und Natur geht. Während meines Fotografie-Studiums ist mir zudem die Reportagenfotografie sehr ans Herz gewachsen. Wo Natur und Menschen sich treffen zum Beispiel in der Landwirtschaft sowie in Gärten und bei Firmen, die nachhaltig arbeiten das sind Themen, die mich besonders faszinieren.

Sie haben gerade Ihr Studium angesprochen; von Herbst 2014 bis im Februar 2018 haben Sie in Hamburg Fotografie studiert. Wie war die Zeit für Sie?

Es war richtig toll und rundum eine gute Erfahrung! Mit Hamburg bin ich zu meinen Wurzeln zurückgekehrt. Unsere Verwandtschaft lebt in Hamburg und wir sind eigentlich die einzigen, die hier in der Schweiz sind. Daher wollte ich auch nach Hamburg gehen und die Stadt näher kennenlernen. Ich habe in der Zeit beispielsweise eine Weile bei meiner Oma gelebt, was ein sehr schönes und auch spezielles Erlebnis war.

Was reizt Sie besonders an der Fotografie?

Es ist die Zusammenarbeit mit den Menschen und auch die vielen schönen Erlebnisse in der Natur, sowohl für mich wie hoffentlich auch für meine Kunden. Für mich ist es jedes Mal schön, die Leute bei den Aufnahmen zu begleiten. Gerade auch bei Reportagen lerne ich vieles über spannende Themen wie Nachhaltigkeit und die verschiedensten Berufe rund um die Natur.

Gibt es auch schwierige Momente?

Manchmal schon ja. Ich denke, das gibt es in jedem Beruf. Manchmal sind es beispielsweise stressige Aufträge oder Leute, die eigentlich nicht gross Lust haben, fotografiert zu werden. Aber das sind Herausforderungen, die dazugehören.

Im NOZ-Interview 2014 haben Sie gesagt, dass es ein Wunsch wäre, mal für ein Öko-Fashion-Label zu fotografieren. Wie sieht es heute mit diesem Traum aus?

Habe ich das gesagt? (lacht) Also das hat sich schon etwas geändert. Ich denke, das würde mir immer noch Spass machen, jedoch habe ich mich nicht nur auf Mode spezialisiert. Das Öko-Ding ist mehr geblieben. Ich würde gerne noch mehr mit nachhaltigen Firmen zusammenarbeiten und deren Geschichten erzählen. Auch würde ich sehr gerne mit Naturschutzorganisationen zusammenarbeiten und Themen ansprechen, die mich bewegen. Dieses Jahr konnte ich beispielsweise schon mit der Naturkosmetikfirma «Weleda» zusammenarbeiten, das war auf jeden Fall ein Traumjob!

Sie sind für Ihre Fotoaufnahmen in der Schweiz wie auch im Ausland unterwegs. Gibt es ein Projekt, welches Ihnen in besonderer Erinnerung bleibt?

Ich würde sagen meine erste grössere Reportage, die ich im zweiten Semester für eine Studiums-Arbeit gemacht habe. Die fertige Fotoreportage wurde dann später im Welt Vegan Magazin gedruckt. Es ging um eine Familie mit einem alternativen Lebensstil, die sich vegan ernährt und vieles selbst anpflanzt. Da habe ich so richtig gemerkt, dass das genau mein Ding ist; ich hatte so viel Spass daran für diese Reportage unterwegs zu sein. Es ist, als hätte ich mit jedem Auftrag den ich gemacht habe, mehr gemerkt, wo es mich hinzieht.

Die Sonderbeilage heisst «läbe und sii in Oute». Welches sind Ihre Lieblingsplätze in der Dreitannenstadt?

Ich liebe es, der Aare entlangzulaufen. Aber auch die Oltner Altstadt gefällt mir sehr; sie ist zwar eher klein aber extrem schön. Ansonsten bin ich aber vor allem auch in den umliegenden Wäldern und auf den Feldern unterwegs.

Interview: Chantal Siegenthaler

Neue Oltner Zeitung (Olten-Niederamt) vom Mittwoch, 27. Juni 2018, Seite 39 (17 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE

 
 

<   Juni   >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30