E-Paper - 07. März 2018
Neue Oltner Zeitung (Olten-Niederamt)
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Ärgerlicher Lärm

Hansruedi Dietschi, Anwohner der Frohburgstrasse in Olten, ist gegen die geplante Gartenbeiz der CBC City Bar (siehe Frontartikel). Er ist der Meinung, dass diese zum einen gefährlich ist, und zum anderen möchte er nicht noch mehr Lärm vor seiner Wohnung haben als ohnehin schon existiert. Denn auch durch den Terminus Club habe es am Wochenende bis in die frühen Morgenstunden Leute auf der Strasse und es gäbe Schlägereien. Um ehrlich zu sein: Einerseits kann ich seinen Ärger verstehen. Aber ist, wenn man sich dafür entscheidet, mitten in der Stadt zu leben, nicht auch klar, dass es hier eben etwas lauter zu und her geht als am Stadtrand oder gar auf dem Land? Entscheidet man sich für ein Wohngebiet, in dem es Clubs und Bars gibt, ist doch davon auszugehen, dass es mal länger laut sein kann. Darf man sich in der Situation also überhaupt über den Lautstärkepegel von draussen beklagen?

Ich selbst bin in Gretzenbach eher ländlich aufgewachsen. Lärm war hier nie ein Thema. Meine erste eigene Wohnung befand sich in Trimbach nahe der Hauptstrasse gelegen. Das war anfangs zwar eine Umstellung, jedoch nahm ich die Autos schnell nicht mehr wahr; hörte nur noch die Töfffahrer, die am Donnerstagabend das Restaurant Isebähnli besuchten, oder ab und zu einen Krankenwagen oder ein Feuerwehrauto mit Blaulicht. Mittlerweile wohne ich in Erlinsbach, nicht weit von der Kirche entfernt. An das Läuten dieser Glocken habe ich mich auch nach einem halben Jahr nicht wirklich gewöhnt. Tagsüber nehme ich das Läuten zwar kaum wahr, aber nachts ist bei geöffnetem Fenster am Schlaf nicht zu denken. Da nehme ich jeden Glockenschlag wahr. Und selbst wenn das Fenster geschlossen ist, sobald die Kirchenglocken morgens von 5.50 bis 6 Uhr durchschlagen, wache ich auf. Das ärgert mich jeweils wirklich. Dennoch möchte ich mich nicht weiter darüber beklagen, denn schliesslich habe ich die Kirche schon bei der damaligen Wohnungsbesichtigung gesehen und wusste, dass diese zu hören sein wird. Ich kann damit leben und wer weiss, vielleicht nehme ich diese eines Tages ja wirklich gar nicht mehr wahr.

Auch für Hansruedi Dietschi kommt ein Umzug vorerst nicht in Frage. Ich wünsche ihm aber, dass er sich mit der Situation abfinden kann und dennoch etwas zur Ruhe kommen kann. Ansonsten noch ein Tipp: Als ich meinen nachtaktiven Hamster im Schlafzimmer hatte, schlief ich mit Hilfe von Ohropax jeweils tief und fest durch.

Chantal Siegenthaler

Neue Oltner Zeitung (Olten-Niederamt) vom Mittwoch, 7. März 2018, Seite 26 (16 Views)

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