E-Paper - 07. März 2018
Neue Oltner Zeitung (Olten-Niederamt)
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«Die Bilder auf den sozialen Medien haben nichts mit der Realität zu tun»

Von Céline Bader

Seit sieben Jahren trainiert Yannick Berger fast täglich im Fitnesscenter, um seinen Traum vom Bodybuilding zu verwirklichen. Motivation und Leidenschaft für sein Hobby helfen ihm dabei.

Dulliken Yannick Berger (25) tut alles, damit sein Körper in Form bleibt: 90 Kilogramm bringt der Dulliker auf die Waage, zur Zeit befindet er sich in der Off Season, der sogenannten «Massenphase», in der es darum geht, möglichst viel Gewicht aufzubauen. Kein leichtes Spiel; Yannick Berger schwitzt jeden Tag im Fitnessstudio und isst nach einem Ernährungsplan. Als Bodybuilder muss man sich nicht nur mit kiloschweren Hanteln, sondern auch mit Konkurrenz, Eifersucht und eigenen Erfahrungen auseinandersetzen.

Yannick Berger, wie sind Sie zu diesem zeitintensiven Hobby gekommen?

Ich habe bis vor ungefähr sieben Jahren Eishockey gespielt. Ich war immer sehr schlank, wog nur 55 Kilo und wollte muskulöser werden. Leider habe ich am Anfang des Trainings extrem zugenommen, da ich vom Bodybuilden noch nicht viel verstanden habe. Heute habe ich jemand, der mir mit dem Training und der Ernährung hilft, um das optimale Resultat zu erzielen.

Momentan ist der Fitnesstrend extrem verbreitet und die Ansprüche auf einen trainierten Körper sind hoch. Wie gehen Sie mit der Konkurrenz um?

Auch was das angeht, musste ich meine Erfahrungen machen. Du misst dich automatisch mit den anderen im Fitnesscenter, willst aussehen wie sie. Dadurch habe ich schon depressive Phasen erlebt, in denen ich niedergeschlagen und motivationslos war. Heute sehe ich das Ganze nicht mehr so eng. Ich konzentriere mich auf mich selber, will für mich das Beste rausholen und den Spass an meinem Hobby nicht verlieren. Ich ernähre mich zwar nach Plan, allerdings finde ich es wichtig, sich ab und zu etwas zu gönnen und auch mal ein «Schoggistängeli» geniessen zu können. An Tagen, an welchen ich angeschlagen oder krank bin, kann ich das Training problemlos auslassen. Mir geht es beim Fitness nicht nur ums Aussehen, ich fühle mich einfach besser, wenn ich ausgepowert bin.

In den vielen Jahren haben Sie das Bodybuilderbusiness kennengelernt. Wie würden Sie dieses beschreiben?

Es wird den Vorurteilen sicher teilweise gerecht: Es ist sehr oberflächlich, der Konkurrenzkampf gross und jeder schaut auf sich selbst. Viele übertreiben es auch und nehmen es viel zu ernst. Bei denen kommen nur noch Poulet und Reis auf den Tisch (lacht). So will ich nicht leben. Onlineplattformen wie Instagram vermitteln einen falschen Eindruck. Viele Bilder sind unrealistisch und bearbeitet, sie haben nichts mit der Realität zu tun. Aus diesem Grund sollte man seine Ziele selber setzen und sich nicht mit anderen messen. Das, was du vielleicht auf den ersten Blick siehst, ist nicht immer das, was auch dahinter steckt.

Dieses Jahr möchten Sie an Wettkämpfen teilnehmen.

Das wäre mein grosses Ziel. Allerdings will ich erst anfangen, wenn ich wirklich bereit dafür bin. Ich werde im Sommer eine Zwischenbilanz ziehen und schauen, wie weit ich mit meinem Körper gekommen bin. Falls mich das Resultat noch nicht zufriedenstellt, warte ich eben noch ein Jahr. Ein Traum wäre es sicher, an der Schweizermeisterschaft teilnehmen zu können.

Wie bringen Sie ihr Training neben der Arbeit unter?

Die meisten Bodybuilder haben ihr Hobby zum Fulltime-Job gemacht. Ich arbeite in einer Schlosserei und habe mein Pensum erst vor Kurzem auf 80 Prozent reduziert. Somit bleibt mir genügend Zeit für das Fitness.

Was geben Sie den jungen Menschen mit, welche denselben Traum haben wie Sie und diesen Weg ebenfalls gehen möchten?

Viele kommen als Anfänger ins Fitness und wollen am liebsten alles an einem Tag erreichen. Diese Lebensweise muss auch zuerst gelernt sein. Jemand, der frisch anfängt, sollte sich nicht gleich auf ein «Sieben-Tage-Workout und Ernährungsplan» stürzen. Man sollte sich stetig steigern und in das Bodybuilding hineinleben. Am wichtigsten: Der Spassfaktor darf nicht fehlen, es darf niemals ein Erzwingen sein.

Neue Oltner Zeitung (Olten-Niederamt) vom Mittwoch, 7. März 2018, Seite 15 (17 Views)

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